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Windows 2000 wurde von Microsoft als Nachfolger von Windows NT für den Einsatz auf "Personal" Computern und für Unternehmensanwendungen entwickelt.
Wesentlicher Bestandteil von Windows 2000 ist der zentrale Verzeichnisdienst Active Directory, der die Integration unterschiedlichster Verzeichnisse ermöglicht in der alle relevanten Informationen über das Netzwerk, seine Benutzer bis hin zu Telefon- und E-Mail-Adressverzeichnissen hinterlegt sind, die bislang an verschiedenster Stelle mit redundantem Inhalt gepflegt werden mussten.
Unabhängig von der Datenschutzpolitik, die mit einem solchen zentralen Verzeichnisdienst verbunden ist, sind mit dem Einsatz eines Active Directory auch ganz konkrete sicherheitstechnische Probleme verbunden, da sich der Geltungsbereich der Domänen auf wesentlich größere Organisationsbereiche als bisher erstreckt. Während beispielsweise in der bremischen Verwaltung bislang ca. 200 Domänen eingerichtet sind, würde sich dort bei Einsatz eines Active Directory die Anzahl der Domänen auf einige wenige beschränken. Anstelle der ehemaligen NT-Domänen würden sogenannte Organisationseinheiten (OU) treten, zwischen denen - im Gegensatz zu einer NT-Lösung mit mehreren Domänen - permanent Vertrauensstellungen mit OE-übergreifendem Zugriff existieren. Die bisherigen NT-Barrieren auf Domänenebene müssen statt dessen durch eine strikte Vergabe der Zugriffsrechte auf OU-Ebene ersetzt werden. Dies kann in großen Unternehmen und Verwaltungen ein erhebliches administratives Risiko darstellen. Ein weiterer Nachteil von Active Directories besteht darin, dass Passwortrichtlinen nur verzeichnisübergreifend gelten und nicht in einzelnen Organisationseinheiten (OU), in denen besonders sensible Daten verarbeitet werden, explizit verschärft werden können. Darüber hinaus richtet Windows 2000 standardmäßig zwischen allen Domänen transitive (gegenseitige) Vertrauensstellungen ein. Traut also Domäne A der Domäne B und Domäne B der Domäne C, dann traut auch Domäne A der Domäne C.
Für das Administrieren (Vergabe von Rechten, Einrichten von Benutzerkonten) der Domänen gibt es, wie unter Windows NT, die Gruppe der Administratoren. Durch die Vertrauensstellungen der Domänen untereinander ergibt es sich aber nicht automatisch, das ein Administrator einer Domäne Rechte auf allen anderen Domänen hat. Eine Ausnahme bilden hier die Administratoren der Stamm-Domäne (Root-Ebene), sie sind in einer speziellen Gruppe, den Organisations-Admins. Die Organisations-Admins bekommen automatisch die Berechtigung, sich in allen Domänen der Gesamtstruktur mit unbeschränktem Zugriff anzumelden.
Da der Einsatz eines Active Directory aufgrund des internen Abstimmungsprozesses auch einen erheblichen personellen und technischen Aufwand bedeuten würde, wurde der Einsatz eines Active Directories in der bremischen Verwaltung zunächst zurückgestellt. Vorab sollen Erfahrungen mit Active Directories aus anderen Städten auf Wirtschaftlichkeits- und Datenschutzaspekte genauer geprüft werden.
rotz der Risiken, die mit Active Directories verbunden sind, ist der Einsatz von Windows 2000 als Server-Betriebssystem zu empfehlen, weil dieses Betriebssystem eine Reihe zusätzlicher Funktionen enthält, die zur Sicherheit von Netzen beitragen können: