Ein Wurm ist ein selbständiges, selbstreplizierendes Programm, welches im Gegensatz zu einem Virus kein Wirtsprogramm benötigt. Würmer verbreiten sich über das Netzwerk und nutzen dabei Sicherheitslücken oder Konfigurationsfehler in Betriebssystemen bzw. Anwendungen. Als Verbreitungsmechanismen werden oft infizierte E-Mails benutzt. Wird ein infizierter Anhang von Ihnen geöffnet, wird der Wurm aktiv. Neben einer meist zusätzlich programmierten Schadensfunktion, wie beispielsweise dem Zerstören bestimmter Dateitypen, liest der Wurm das Adressbuch Ihres E-Mail-Programms aus und sendet sich automatisch an alle vorhandenen Einträge weiter. Besonders häufig wurden dabei in der Vergangenheit MS Outlook und MS Outlook Express befallen; aber auch andere E-Mail-Reader wie Lotus Notes und Eudora wurden infiziert. Durch diesen Verbreitungsmechanismus konnten sich Würmer wie z. B. Loveletter innerhalb kürzester Zeit weltweit rasant vermehren.
Die erst seit Kurzem auftretenden Handywürmer verbreiten sich über Bluetooth und über infizierte Multimedia Messaging Service (MMS). Aber auch in den Programmiersprachen für Online-Spiele sind Würmer entdeckt worden. Einige Online-Spiele führen Scripts-Codes auf den Spiele-Servern aus, mit denen oft mehrere tausend Anwender gleichzeitig verbunden sind. Diese Spiele-Server werden von vielen Anwendern als vertrauenswürdig angesehen und so gestatten sie ihnen, Software wie Updates und Erweiterungen von Spielen auf ihren Rechner zu installieren. Würde ein solcher Server mit einem Wurm infiziert, könnte sich der Wurm sehr schnell auf die Computer von Online-Spielern ausbreiten.
Computerwürmer werden auf die unterschiedlichsten Arten getarnt. So wird z. B. doppelte Dateinamenserweiterung benutzt, um zu verschleiern, um was für einen Dateityp es sich handelt. Mail-Anhänge werden in Formate verschickt, die den Antivirenprogrammen die Arbeit erschweren, den Inhalt zu analysieren (z. B. Zip-Formate, verschlüsselte Dateien). Oder es werden Dateien verschickt, dessen Endung nicht für jeden Nutzer darauf schließen lässt, dass es sich um ein ausführendes Programm handelt ("scr", "pif", vbs" usw.). Auch in HTML-formatierte E-Mails können sich Würmer in hinterlegten Scripts verstecken, die beim Öffnen der E-Mail automatisch ausgeführt werden.
Der sicherste Schutz gegen die Verbreitung von Würmern über E-Mails ist der verantwortungsvolle Umgang mit E-Mails und deren Anhängen. Öffnen Sie keine E-Mails von unbekannten Absendern und fragen Sie lieber bei bekannten Absendern, die Ihnen unaufgefordert einen Anhang zugeschickt haben nach, denn ein bekannter Absender kann ebenfalls Opfer eines Wurms geworden sein.
Prüfen Sie Dateianhänge immer mit Ihrer aktuellen Antivirensoftware. Eine installierte Firewall bietet zusätzlichen Schutz.
Um zu verhindern, dass sich Würmer über Sicherheitslücken im Betriebssystem oder einem Programm auf dem Rechner einschleichen, müssen die angebotenen Sicherheitsupdates regelmäßig durchgeführt werden.
Bereits durch wenige Veränderungen der Systemeinstellungen können Sie die Gefahr, Opfer einer Wurminfektion zu werden, um einiges verringern.
Zunächst sollten Sie sich Gewissheit darüber verschaffen, um welche Dateien es sich bei Ihrem Dateianhang und auch bei anderen Dateien wirklich handelt. Dazu sollten Sie die Dateinamenserweiterungen einblenden, leider wird Ihnen dies in der Standardeinstellung von Windows nicht angezeigt. Es empfiehlt sich also in jedem Fall, die diesbezügliche Voreinstellung zu ändern, um sich alle Dateiendungen anzeigen zu lassen.
Dazu öffnen Sie den Windows Explorer und wählen aus dem Menü "Extras" oder "Ansicht" (je nach Windows-Version) den Punkt "Ordneroptionen", wie im Bild unten angezeigt. Nun erscheint ein Fenster mit drei Kartenreitern. Wählen Sie zunächst den Kartenreiter "Ansicht" aus.
Die erste Einstellung, die Sie vornehmen sollten ist das Deaktivieren der Option "Dateinamenerweiterung bei bekannten Dateitypen ausblenden" - ein Aktivieren dieser Option bewirkt, dass Ihnen die Dateiendungen der jeweiligen Datei nicht angezeigt werden. Es ist logisch, dass beispielsweise eine *.vbs-Datei hauptsächlich an ihrer Dateiendung zu erkennen ist.

Auch weitere für den Virenschutz relevante Einstellungen lassen sich unter den "Ordneroptionen" des Windows Explorers vornehmen. Aus den drei Registrierblättern wählen Sie dieses Mal den Kartenreiter "Dateitypen" aus. Nun wird von Windows eine Liste aller dem Betriebssystem bekannten Dateitypen angezeigt. Wie in der Abbildung unten dargestellt, können Sie nun beispielsweise den VBS-Dateityp auswählen. Eine ähnliche Vorgehensweise empfiehlt sich allerdings auch für andere Scriptdatei-Typen (z. B. *.vbe, *.wsh, *.js, *.wcs etc..). In der Regel öffnet der Windows Scripting Host die oben aufgeführten Scriptdateien automatisch bei Doppelklick auf die entsprechende Datei. Um dieses zu unterbinden, wählen Sie nun einen Dateityp wie beispielsweise VBS aus und klicken den Button "Ändern" bzw. "Erweitert" oder "Bearbeiten" je nach Windows-Version.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, weiter zu verfahren. Sie könnten einerseits die Einstellungen des Öffnen-Vorganges bearbeiten (Bearbeiten...) und die eigentliche Anwendung für diesen Vorgang (z. B. C:\Windows\Wscript.exe...) durch den ungefährlichen Texteditor Notepad ersetzen. Hierfür suchen Sie mit "Durchsuchen..." einfach die gewünschte Applikation (z. B. C:\WINDOWS\NOTEPAD.EXE) aus und bestätigten die Änderungen mit "OK".
Andererseits könnten Sie den Bearbeiten-Vorgang als Standard (Funktion: "Als Standard") festlegen. Wenn Sie sich die Eigenschaften des Bearbeiten-Vorganges mit "Bearbeiten..." anschauen, stellen Sie fest, dass Notepad hier als Anwendung für das Bearbeiten eingetragen ist. Nachdem Sie den Bearbeiten-Vorgang als Standard definiert haben, wird eine *.vbs-Datei immer mit Notepad zur Bearbeitung geöffnet und nicht an das im Öffnen-Vorgang voreingestellte Programm zur Ausführung weitergeleitet.

Sie haben weiterhin die Möglichkeit, eine Datei mit nahezu jedem beliebigen Programm auszuführen. Beispielsweise unter Microsoft Windows ME finden Sie im Kontextmenü (rechter Mausklick auf die Datei) den Eintrag "Öffnen mit", hier können Sie entweder aus einer bereits vorgefertigten Liste ein Programm auswählen oder wiederum Ihr System nach dem gewünschten Programm durchsuchen. ("Programm auswählen..."). Sollten Sie eine ältere Windows-Version benutzen, so erscheint der "Öffnen mit"-Eintrag in der Regel nicht. Dann müssen Sie bei gedrückter rechter Maustaste noch "Shift" bzw. "Umschalten" gedrückt halten, um diese Option zu erhalten. Anschließend können sie z. B. erneut den Editor auswählen und den Haken bei der Option "Diesen Dateityp immer mit diesem Programm öffnen" beibehalten.

Eine andere Möglichkeit, eine Datei mit einem Programm Ihrer Wahl zu verknüpfen, ist die Option "Senden an" im Kontextmenü. Unter dem Verzeichnis C:\Windows\SendTo können Sie Programme (oder Verknüpfungen auf Programme) ablegen, welche dann mit Rechtsklick auf eine Datei Ihrer Wahl im Kontextmenü unter "Senden an" geöffnet werden.
Weitere Tipps zum Thema Würmer und Anpassen Ihres E-Mail Clients finden Sie bei uns unter der Überschrift "Sicher Mailen".