Mittlerweile kennt sicher jeder Nutzer des Kommunikationsmediums E-Mail das Problem: Post von ungebetenen Gästen in der Mailbox. Die tägliche Werbeflut erstreckt sich von Jobangeboten der Marke "Reichwerden ohne Arbeit" über Erotikangebote von diversen Jeanettes oder Sandys bis hin zu Werbung für Wunderkuren, für den Erwerb von dubiosen Diplomen oder Immobilien in Asien. Wenn's interessiert: Unter der Internetadresse http://www.cspam.com/
kann man sich einen umfassenden Überblick verschaffen, was so alles in unseren heimischen Mailboxen landet.
Allgemein versteht man unter "Spam" vom Empfänger unverlangt zugesandte Werbebotschaften per E-Mail oder im Usenet (Newsgruppen). Derartige Werbung ist meist kommerzieller Natur und von sinnlosem oder unnützem Inhalt.
Werden solche Junk-Meldungen (engl. Müll) wahllos und in großen Mengen (im 100.000er bis Millionen-Bereich) verschickt, spricht man von "Spamming". Die Absender solch unerwünschter Post werden als "Spammer" bezeichnet.
Der Begriff "Spam" als solcher stand ursprünglich für amerikanisches Frühstücksfleisch in Dosen (Spiced Ham) der Fa. Hormel Foods und ist einem Sketch von Monty Python entliehen. Dort entspann sich ein sinnloser Dialog über Spam, was der unerwünschten Massenwerbung ihren Namen gab.
Diese Art Werbestrategie ist für den Nutzer nicht nur lästig bis ärgerlich sondern auch kostspielig.
Dreiviertel aller im Mai 2004 verschickten E-Mails waren Spam, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Internet-Security-Dienstleisters Message Labs. Das Unternehmen untersuchte rund 909 Millionen E-Mails, die es im Auftrag seiner Kunden auf Viren und Würmer scannte. Dabei wurden 692 Millionen Nachrichten als Spam identifiziert, was einen Rekordanteil von 76 Prozent entspricht. Der Anteil der mit einem Virus verseuchten E-Mails blieb ungefähr auf dem Vorjahrsniveau von 9,1 Prozent. Nach Berechnungen der EU-Kommission verbuchen Unternehmen durch zusätzliche Arbeit beim Identifizieren und Löschen von Spam einen Produktivitätsverlust von 2,2 Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz steigend. Eine weitere Studie des Marktforschungsinstitutes IDC hat ergeben, dass bei E-Mail-Nutzern die täglich für Spam aufgewendete Zeit bei 5 bis 10 Minuten liegt.
In unserem Beitrag erfahren Sie, welche verschiedenen Arten belästigender Werbung es gibt und was Sie gegen die jeweilige unternehmen können.
Unerwünschte Werbung stößt bei den meisten Empfängern auf Ablehnung und verliert damit ihre eigentliche Intention, den möglichen Käufer für seine Produkte zu interessieren und zum Kaufen zu animieren. Im Fall von spammenden Firmen mit seriösen Angeboten schlägt die Internet-Gemeinde zurück. Wer einmal mittels Spam ein Produkt bewirbt, kann sicher sein, die meisten potentiellen Kunden in die Flucht geschlagen zu haben.
Daher wird diese Art kommerzieller Werbung auch meist von unseriösen Geschäftsleuten eingesetzt, die fragwürdige und manchmal schlicht illegale Waren oder Geschäfte anbieten. Im Fachjargon nennt man diese Art Junk-Mail:
Beispiele dafür sind unter anderem:
Pyramidenspiele werden per Internet nach dem Schneeballprinzip versendet. Es handelt sich dabei um Systeme, die nur erfolgreich sein können, wenn es einen nicht versiegenden Strom von Mitspielern gibt. Diese Teilnehmer müssen 2 Aufgaben erfüllen: Geld muss an den Anwerber weitergeleitet werden und neue Teilnehmer, die wiederum ihr Geld geben sollen, müssen geworben werden. Das Standard-Schneeballsystem läuft folgendermaßen ab: Ein Teilnehmer wird aufgefordert, dem Anwerber einen bestimmten Betrag, beispielsweise € 100,00 zu übergeben. Der neue Teilnehmer seinerseits wirbt dann wiederum 10 neue Mitspieler, die ihm ebenfalls je € 100,00 übergeben. So hat der Teilnehmer mit einem Einsatz von € 100,00 einen Gewinn von € 900,00 gemacht. Damit in diesem Spiel alle Gewinner sein können, müsste das Spiel bis in alle Ewigkeit weiterlaufen und eine unbegrenzte Anzahl an Mitspielern müsste zur Verfügung stehen.
Bei einer zweiten Form unerwünschten und z. T. gefährlichen E-Mail-Mülls handelt es sich um:
Darunter fallen vor allem:
Kettenbriefe werden ebenfalls nach dem Schneeballprinzip verschickt und sollen Sie durch tränenreiche Schilderungen dazu bringen Geld für kranke Kinder oder sonstige unschuldige Opfer zu spenden und die entsprechende Mail an so viele Bekannte wie möglich weiter zu versenden. Auch wenn die Geschichten noch so Mitleid erregend klingen. Sie sind alle schlicht und ergreifend frei erfunden und dienen einzig dazu den Geldbeutel des Absenders zu füllen.
Eine äußerst unangenehme Form des Spammings sind E-Mail-Bomben, deren Absender es "aus Spaß" oder weil er Ihnen schaden will darauf angelegt hat Ihr E-Mail-Postfach lahmzulegen und dieses deshalb mit möglichst vielen Nachrichten innerhalb kürzester Zeit bombardiert.
Die gefährlichste Art von Spam ist zweifellos das Viren-Spamming. Nicht nur, dass man unerwünschten Werbemüll empfängt; diese Nachrichten erhalten außerdem einen Virus, der sich häufig automatisch selbst weiterleitet und damit zusätzlich für die Verseuchung anderer sorgt (siehe dazu das Kapitel Würmer).
Hoaxes sind falsche Virenmeldungen, die vor vermeintlichen Viren warnen, die gerade im Umlauf sind. Auch dieser Unfug kann gefährlich werden, da zum Teil angeregt wird bestimmte Dateien zu löschen, bei denen es sich um den vermeintlichen Virus handelt. Tatsächlich löscht man dabei allerdings manche Windows-Systemdatei. Auch Hoaxes enthalten den Hinweis die Warnung an möglichst viele Bekannte weiter zu versenden und können sich dadurch ebenfalls schnell verbreiten.
Spamming im Usenet bezeichnet das Versenden desselben Postings (Newsgruppen-Beitrags) in einer großen Anzahl von Kopien an eine oder mehrere Newsgruppen. Der Inhalt des Beitrags ist dabei irrelevant.
Generell lassen sich dabei zwei verschiedene Varianten des Usenet-Spammings unterscheiden:
Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist, dass beim Multi-Posting mehrere Kopien des Beitrags auf dem Newsserver vorliegen, beim Cross-Posting dagegen nur eine. Daher gehen bei Multi-Posting auch wesentlich mehr Übertragungszeit und Speicherplatz verloren als bei Cross-Posting. Es ist jedoch auch gängige Praxis, eine Kombination beider Varianten zu nutzen. Spam im Usenet wird heutzutage bei Auffinden generell entfernt.
Allerdings dient das Usenet leider auch in anderer Form zur Verbreitung von Spam. Spezielle Programme (Robots) durchsuchen die Newsgroups um E-Mail-Adressen zu sammeln und in Listen zusammenzustellen, welche dann wiederum für E-Mail-Spams genutzt werden können.
Mal abgesehen von der Tatsache, dass Spam lästig ist, hier noch mal auf einen Blick die Probleme und Ärgernisse:
Nach Art. 13 der Richtlinie 2002/58 EG über die Verarbeitung personenbezogener Daten und den Schutz der Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation darf Direktwerbung nur mit der vorherigen Einwilligung (opt-in) des Nutzers erfolgen. Es ist unerheblich, ob hierbei automatische Anrufmaschinen, Faxgeräte oder Emails verwendet werden. Eine Ausnahme zu dem Grundsatz gilt für bestehende Kundenbeziehungen, sofern die dafür notwendigen Daten im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Produktes oder einer Dienstleistung erlangt wurden. Der Kunde muss allerdings gebührenfrei und problemlos eine solche Nutzung ablehnen können. Selbstverständlich kann der Kunde auch schon im Vorwege eine derartige Verwendung seiner Daten ausdrücklich ausschließen.
Diese Richtlinie wurde in das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) umgesetzt. Spam ist nach § 7 UWG als unzumutbare Belästigung zu qualifizieren.
Dass man sich Spam-Mails am einfachsten entledigt, indem man diese löscht, liegt auf der Hand. Was aber, wenn Sie täglich große Mengen an Spam erhalten. Dann wird das Löschen schnell lästig und zeitraubend. Vor allem wenn Sie Internet und E-Mail regelmäßig nutzen, werden Sie schon über Wege nachgedacht haben sich vor dieser Art unerwünschter Werbung zu schützen. Zur Vermeidung bzw. Bekämpfung von Spam gibt es verschiedene Möglichkeiten. Um von unerwünschten Werbe-Mails belästigt zu werden, muss der Spammer zunächst ihre E-Mail-Adresse herausfinden. Daher sollten Sie bei der Weitergabe ihrer E-Mail-Adresse an Dritte Vorsicht walten lassen und diese nur an seriöse Geschäftspartner übermitteln. Geben Sie Ihre E-Mail Adresse bei einer Transaktion, z. B. einem Internetkauf an, sollten sie in den AGB's die Passagen über die Weitergabe ihrer E-Mail-Adresse an Dritte nachlesen. Wie in vorigen Kapiteln bereits ausgeführt, sind dies jedoch längst nicht alle Wege, wie Spammer an Ihre E-Mail-Adressen kommen können. Bei häufiger Nutzung der Angebote im Internet und mangelnder Vorsicht ihrerseits stellt dieses keine wirkliche Schwierigkeit dar.
Sind Sie z. B. Betreiber einer eigenen Homepage und haben dort Ihre E-Mail-Adresse angegeben, können Sie, um Spam-Mails zu vermeiden, die E-Mail-Adresse nicht in Form eines direkten Links, sondern als kleine Graphik auf ihrer Website platzieren. Das hat den Vorteil, dass die Adresse von Robots nicht ausgelesen werden kann, allerdings den Nachteil, dass Besucher ihrer Page die Adresse nicht direkt anklicken, sondern diese noch mal eingeben müssen. Erstellen können Sie diese "E-Mail-Graphik“ mit jedem beliebigen Graphikprogramm.
Eine weitere Möglichkeit der Spam-Vermeidung ist die Angabe einer zweiten E-Mail-Adresse innerhalb von Newsgroups, Mailinglisten u.a. Dabei richten Sie sich einen zusätzlichen Account z. B. bei einem Freemailer ein, den Sie im Usenet benutzen und wickeln ihre übrige Post über ihren Erst-Account ab. Damit verlagert man zwar in erster Linie das Problem und vermeidet es nicht, aber dadurch können sie zumindest einen Account spamfrei halten und dort den Hauptteil ihrer E-Mail-Transaktionen abwickeln.
Eine absolut zuverlässige Vorsorge gegen Spam ist jedoch nicht möglich. Ihre E-Mail-Adresse wird nur dann in keinem Fall auf einer Spam-Liste erscheinen, wenn sie das Internet weder nutzen, noch selber Angebote zur Verfügung stellen. Die Bekämpfung von Spam muss sich also offenbar in erster Linie auf Gegenmaßnahmen beschränken, nachdem die Spam-Attacke bereits erfolgt ist.
Am 17.06.04 ist die Suchmaschine Seekport ( http://www.seekport.de/ ) für die breite Öffentlichkeit an den Start gegangen. Der Suchdienst des gleichnamigen Betreibers greift nach eigenen Angaben auf den größten deutschen Index zurück - der Dienst soll eine dreistellige Millionenzahl von Seiten indexiert haben. Ein Index-Team bewertet Sites und verbannt Spam aus dem Index. Auch Sites mit Dialern eliminiert das Team aus dem Index, wenn es sie für Abzocke hält. Die Blacklist enthält bereits eine fünfstellige Zahl von Domains.
Abwehrmaßnahmen gegen erhöhtes Spam-Aufkommen können grundsätzlich an zwei verschiedenen Stellen vorgenommen werden. Zum einen kann ihr Provider auf dem Mailserver, den sie benutzen, Schutzmaßnahmen ergreifen, bevor Sie ihre E-Mails herunterladen. Zum anderen können Sie selber während oder nach dem Herunterladen Ihrer E-Mails auf Ihrem eigenen Rechner bestimmte Maßnahmen ergreifen. Dabei liegt es auf der Hand, dass Maßnahmen im Vorfeld Ihres E-Mail-Abrufs die günstigeren sind, da Sie Ihnen Zeit und Geld sparen. Was kann Ihr Provider also tun?
Er hat die Möglichkeit ihm bekannte spammende Unternehmen auf eine schwarze Liste, sog. Blacklist zu setzten und diese auf den Mailservern einzusetzen. So wird der Spam-Versand der betreffenden Unternehmen unterdrückt. Leider ist es zum einen so, dass nicht jeder Provider diese Methode einsetzten kann oder will. Manch ein Provider gilt als "spamfreundlich". Außerdem fallen zunächst einmal die Spammer durchs Netz, die noch nicht als solche bekannt sind; d. h. nicht auf der Blacklist auftauchen. Daher empfiehlt es sich in jedem Fall auch noch selber geeignete Maßnahmen einzusetzen. Unter zu Hilfenahme von Filterregeln können Absender unerwünschter Spam-Mails im Mail-Client einfach aussortiert und gelöscht werden. Im E-Mail-Reader Outlook funktioniert das auf die folgende Art und Weise:

Zunächst mal müssen Sie eine entsprechende E-Mail erhalten haben. Diese markieren Sie dann und wählen nach Anklicken mit der rechten Maustaste im angezeigten Menü die Option "Regel erstellen" aus. Im Regelassistenten können Sie dann bestimmte Absender und Inhalte festlegen, die automatisch als Spam-Mails erkannt werden sollen. Anschließend stehen noch verschiedene Optionen zur "Entsorgung" dieser Mails zur Verfügung, wie in der Abbildung unten dargestellt.
Bei der Definition dieser Regeln sollten Sie allerdings etwas Vorsicht walten lassen, damit Sie nicht aus Versehen "normale" E-Mails ebenfalls löschen. Wie bereits erwähnt, liegt der Nachteil dieser Methode darin, dass die Maßnahmen erst nach dem Herunterladen greifen und an dem erhöhten Datenaufkommen nichts ändert.
Wenn Sie einen Mail-Account bei einem Freemailer z. B. Web.de oder GMX eingerichtet haben, können Sie auch dort Filterregeln definieren um der lästigen E-Werbung zu entgehen. Wie in der folgenden Abbildung dargestellt, können Sie diese Regeln über ein Web-Frontend festlegen. Vorteil dieser Methode ist, dass die Filter greifen, bevor Sie die Mails auf Ihren Rechner herunterladen.
Auch sind Sie in dem Fall Nutznießer der allgemeinen Schutzmaßnahmen gegen Spam, die von dem entsprechenden Webmail-Anbieter getroffen werden; in der unteren Abbildung beispielhaft dargestellt für GMX.
Hier nun noch weitere Tipps für den Umgang mit Spam:
Das Erscheinen von Spam-Postings im Usenet unterliegt natürlich auch nur bedingt Ihrem eigenen Einfluss. Der grundlegende Schutz sollte von dem Provider Ihres Newsservers durchgeführt werden, der über Blacklists massive ECM- und EMP-Attacken erkennen und blockieren sollte. Da diese Methode allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt ist, müssen Sie auch hier mitunter selbst Hand anlegen. Zunächst einmal empfiehlt es sich einen Newsserver auszuwählen auf dem generell recht wenig Spam-Mails auftauchen. Auch die einzelnen Newsgroups sollten Sie einem kritischen Blick unterziehen. Newsgruppen mit hohem Spam-Aufkommen führen schnell zu erhöhtem Datenverkehr und daher sollten Sie um solche lieber einen Bogen machen. Zusätzliche Schutzmaßnahmen, die Sie selber treffen können, gestalten sich ähnlich wie die im vorigen Kapitel beschriebenen. Die Methode Spam-Postings in News-Readern zu filtern funktioniert analog zu der in E-Mail-Clients genutzten. In guten Newsreadern sind auch Regelassistenten vorhanden, die Ihnen das Verwerfen bestimmter Absender und/oder Inhalte ermöglichen. Das Filtern selbst findet allerdings ebenfalls erst auf Ihrem Rechner statt. An dem erhöhten Datenverkehr ändert sich in diesem Falle also auch nichts.
Auf diesen Seiten finden Sie Interessantes, Hilfreiches und viele weitere Tipps im Kampf gegen die tägliche E-Mail-Flut: