Stand Juni 2008
Ein Mobiltelefonvirus ist nichts anderes als ein Computervirus. Er breitet sich ebenfalls aktiv aus und kann erheblichen Schaden verursachen. Dabei gilt, je intelligenter das mobile Endgerät ist, desto anfälliger ist es auch. Im Jahre 2004 ist das erste Schadprogramm für Mobiltelefone entdeckt worden. 2005 waren 40 Neuentwicklungen bekannt, im Januar 2007 waren es 200 Schadprogramme (laut Kaspersky Labs).
Wo lauern die Gefahren?
- Infektionen durch ungesicherte Bluetooth-Schnittstellen.
Gerade in großen Menschenansammlungen und an öffentlichen Orten, wie U-Bahn, Flughäfen und Messen ist die Gefahr groß, sich über ungesicherte Bluetooth-Schnittstellen an Schadprogrammen zu infizieren.
- SMS oder MMS-Nachrichten von "Unbekannten".
- Downloads aus unsicheren Quellen, z. B. Spiele oder Logos.
- Angebliche Tools wie "SIM Unlocker" oder "Free SMS Services".
- SMS mit Links zum Premium-Dienst oder zweifelhaften Seiten;
so locken Betrüger Mobiltelefonbesitzer auf teure Mehrwertdienste.
- Verdächtige Installationsabfragen.
- SmiShing (bezeichnet eine kriminelle Methode bei der Mobiltelefonnutzer SMS-Nachrichten erhalten, die Sie animieren sollen, Webseiten zu besuchen und dort persönliche Daten einzugeben oder virenverseuchte Downloads zu starten).
Was richten die Viren an?
Im schlimmsten Fall können sie zum Informationsdiebstahl eingesetzt werden, kostenpflichtige Nummern anrufen, Speicherkarten sperren oder das ganze Mobiltelefon lahm legen. Der Wurm Cabir durchsucht die Umgebung gezielt nach Bluetooth-Geräten, an die er dann eine Kopie seiner selbst verschickt. Das Programm geht dabei im Posteingang des Telefons ein und muss durch den Benutzer manuell installiert werden. Der Wurm verringert die Akku-Laufzeit erheblich, da er ständig nach anderen empfangsbereiten Geräten sucht. Der Wurm Comwar verschickt MMS-Nachrichten an die Telefonnummern des Adressbuchs, um sich zu verbreiten und das Schadprogramm RommWar lässt das Telefon nicht mehr starten.
Wie schützt man das Mobiltelefon?
- Kontrolle ist wichtig, unbekannte Daten sollten nie auf einem mobilen Gerät gespeichert werden. Klicken Sie nicht auf unbekannte Rufnummern oder Links, die Ihnen per SMS zugeschickt werden.
- Nehmen Sie Downloads nur von vertrauenswürdigen Quellen vor.
- Deaktivieren Sie Dienste wie Bluetooth und Wlan, die Sie nicht benötigten.
- Deaktivieren Sie die Erkennungsfunktion ihres Bluetooth-Geräts. Dann können nur Geräte eine Verbindung aufnehmen, die zuvor explizit dafür freigegeben wurden.
- Lehnen Sie Verbindungen ab, die Sie nicht nachvollziehen können oder nicht angefordert haben.
- Führen Sie keine unbekannten Exe-Dateien aus. Keine Programme aus Tauschbörsen installieren.
- Denken Sie über den Einsatz einer Antiviren-Software oder einer Personal-Firewall auch auf dem Mobiltelefon nach.
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