Die Voreinstellung der Windows 9x-Betriebssysteme erlaubt zunächst einmal jedermann die uneingeschränkte Benutzung. Es existieren jedoch auch Einstellungsmöglichkeiten um diesem allzu gastfreundlichen Verhalten Einhalt zu gebieten. Schließlich, ist einer der Hauptaspekte der Sicherheit des eigenen PC's, dass man die Kontrolle darüber hat, wer was mit dem Rechner anstellt bzw. genau dies nicht tun kann.
Es ist zwar auch ohne modifizierte Anmeldung möglich Programme und Daten zu verstecken bzw. zu verschlüsseln, aber zuverlässiger ist in jedem Fall die Variante, nicht erwünschte Besucher von vorne herein auszusperren. Windows 95/98 liefert die für eine eindeutige Identifikation benötigten Optionen mit.
Wie andere Betriebssysteme auch, nutzt Windows einen Anmeldevorgang zur Identifikation des jeweiligen Benutzers. Per Voreinstellung bieten die Windows 9x-Systeme zwei verschiedene Möglichkeiten der Anmeldung an, die jedoch beide nicht dafür geeignet sind, den Benutzer zuverlässig zu identifizieren. Beide Varianten finden Sie in der Systemsteuerung unter der Rubrik "Netzwerk" in der Auswahlbox "Primäre Netzwerkanmeldung" wie auch in der unteren Abbildung dargestellt. Die beiden Standardoptionen sind die Windows-Anmeldung zum einen und eventuell der "Client für Microsoft-Netzwerke" zum anderen.
Problem bei der Windows-Anmeldung ist, dass sie zwar der Benutzer-Identifikation dient, es jedoch auch zulässt, dass bisher noch nicht existierende Benutzernamen neu angelegt werden. Dadurch führt sich das System ad absurdum, da auch jeder Nicht-Berechtigte sich selber einen Account einrichten kann. Weiterhin kann man mittels Drücken der Escape-Taste den Anmeldevorgang einfach abbrechen; ist also nicht gezwungen sich am System anzumelden. Gleiches gilt auch, wenn man unter Primäre Netzwerkanmeldung die Option "Client für Microsoft-Netzwerke" ausgewählt hat. Auch hier lässt sich der Anmeldevorgang einfach abbrechen.
Man kann zwar mittels Änderung in der Registry in beiden Fällen eine Anmeldung erzwingen, was jedoch ebenfalls nicht das eigentlich erwünschte Verhalten erzeugt. Im Falle der "Windows-Anmeldung" könnte man weiterhin jeden beliebigen neuen Benutzernamen eintragen.
Im Falle des "Client für Microsoft-Netzwerke" wäre keine Anmeldung mehr möglich, da die Anmeldung an einer Windows NT-Domäne verlangt wird, die jedoch nicht vorhanden ist. Daher ist eine Registryänderung dieser Art nicht sinnvoll.
Eine wesentlich bessere Lösung bietet hier die Installation des sog. Microsoft Family-Logon. Diese war erstmals im Paket des Internet Explorer 4.0 enthalten und fand ab Windows 98 Integration ins Betriebssystem selbst.
Ist das Family-Logon noch nicht unter "Netzwerkumgebung/Eigenschaften" zu finden, muss es an dieser Stelle nachinstalliert werden. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Netzwerkumgebung und folgen dann dem Dialog mit "Hinzufügen", "Clients", "Microsoft" und "Family-Logon" wie auch in den beiden Abbildungen unten dargestellt.
Nun stellen Sie noch wie oben bereits gezeigt, unter "Systemsteuerung/Netzwerk" als "Primäre Netzwerkanmeldung" das "Family-Logon" ein und führen anschließend einen Neustart durch.
Anschließend richten Sie wie in der Abbildung unten gezeigt unter "Systemsteuerung/Benutzer" mindestens einen Benutzer ein, auch wenn Sie selber der einzige sind, der Ihren Rechner benutzt. Sie möchten ja Ihren PC vor unberechtigter Nutzung schützen.
So fern Sie der einzige Anwender sind, brauchen Sie auch nichts weiter anzugeben, als Ihren Namen und Ihr Passwort. Das Anpassen verschiedener Ordner (z. B. "Eigene Dateien") bei Mehrbenutzer-Nutzung ist in diesem Fall überflüssig.
Arbeiten jedoch mehrere Anwender an einem System, ist zu überlegen, ob alle die gleichen, oder jeder seine eigenen Ordner nutzen soll. Entscheidet man sich für die zweite Variante richtet Windows unter C:\Windows\Profiles für jeden Benutzer einen eigenen Ordner mit dessen Namen ein und legt Unterordner wie "Eigene Dateien", "Startmenü" etc. an.
Dennoch es existieren unter Windows 9x nun mal keine expliziten Dateiberechtigungen wie unter Windows NT/2000. Einmal am System angemeldet, kann jeder sämtliche Ordner auch der anderen Nutzer einsehen.
Ein weiteres kleines Detail ist noch zu beachten. Ist, wie unten dargestellt unter "Systemsteuerung/Kennwörter" die Option "Für alle Benutzer dieses Computers gelten dieselben Vorgaben" ausgewählt, wird beim nächsten Neustart statt des "Family-Logon" wieder nur die "Windows-Anmeldung" erscheinen. Die Option ist daher so zu wählen, wie mit Pfeil unten dargestellt.
Nach dem nächsten Neustart erscheint nun in jedem Fall ein Anmeldebildschirm, der alle eingetragenen Benutzer aufführt und der die Auswahl eines Benutzers und Eingabe von dessen Kennwort verlangt. Nun kann kein neuer Name mehr eingegeben werden, wodurch die zuverlässige Identifikation gesichert ist.
Es kann aber nach wie vor der Anmeldevorgang mittels Escape-Taste abgebrochen werden. Dieses verhindert man, indem man die oben im Text bereits angesprochene Änderung in der Registry durchführt und dadurch eine Anmeldung erzwingt. Dabei geht man vor wie unten abbgebildet. Im Startmenü wählt man die Option "Ausführen" und gibt den Namen des Registrierungseditors "regedit" ein. Anschließend legen Sie unter HKEY_LOCAL_MACHINE\Network\Logon eine Zeichenfolge namens "MustBeValidated" an und weisen dieser den Wert 1 zu.