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0190/0900-Dialer/Webdialer - Technik, Tricks, Schutz und Gegenwehr!.

Was sind Dialer?

klingelndes Telefon Immer mehr Internetnutzer fühlen sich durch Dialer und Mehrwert-Dienste geschädigt. Es gibt Anbieter, die keinen Trick auslassen, arglosen Benutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Bandbreite reicht dabei von irreführender Werbung über arglistige Täuschung bis hin zu ausgefeilten technischen Tricks. Das seit 15. August 2003 geltende Mehrwertdienste-Gesetz soll dieser Abzocke zwar ein Ende bereiten, trotzdem sind unseriöse Tricks noch immer weit verbreitet.

Bei Dialern handelt es sich nicht zwangsläufig um unseriöse Dienste. Sie stellen bei entsprechendem Einsatz und transparenten Bedingungen eine bequeme Art der Bezahlung von Leistungen aus dem und über das Internet dar. In diesem Umfeld werden Informationen aller Art, Software, Erotik-Angebote, Klingeltöne für Handys etc angeboten. Anstatt sich erst zu registrieren und per Kreditkarte, Überweisung o. ä. zu bezahlen, können die erhaltenen Leistungen einfach über die Telefonrechnung mitbezahlt werden.

Dialer sind kleine Programme, die auf dem Rechner einen neuen Internetzugang einrichten. Nach dem Download und der Installation auf dem PC wählt sich der Dialer über das Modem oder die ISDN-Karte ins Internet ein. Bei rechtskonformen Einwählprogrammen geschieht dies nach ausdrücklicher Bestätigung des Nutzers, d. h. dass der Kunde sowohl über die neu einzurichtende Verbindung als auch über die damit verbundenen Kosten vor Verbindungsaufbau genau informiert wird. Eine zu dieser Zeit bestehende Internetverbindung wird in der Regel zuvor getrennt.

Es existieren aber auch Dialer, die sich ohne Kenntnis des Anwenders auf dessen PC installieren und aktivieren (sog. Auto-Dialer). Diese wählen im Hintergrund oder ohne Nennung der tatsächlich anfallenden Telefonkosten teure Internet-Zugänge an.

Durch solche Praktiken der vielen schwarzen Schafe in ihren Reihen ist die Branche der Anbieter von Mehrwertdiensten generell in Verruf geraten.

Wie gelangen Dialer auf Ihren heimischen PC?

Anfänglich musste der Anwender sich das Dialerprogramm (häufig in Form einer .*exe-Datei) selber aus dem Netz laden und installieren.

Es behaupten jedoch immer mehr "Dialer-Geschädigte" sich nie ein solches Programm aus dem Internet geladen und auf dem heimischen PC installiert zu haben, was bedeutet, dass sich der Webdialer bei Besuch eines bestimmten Webangebots automatisch installiert und aktiviert hat. Diese Methode ist mittlerweile ebenfalls zur gängigen Praxis geworden.

In der Regel wird dabei eine ausführbare Dialerdatei (*.exe) mittels ActiveXControl auf den Rechner geladen und nach einem System-Neustart automatisch auf dem System installiert. Sind die Sicherheitseinstellungen im Internet Explorer nicht ausreichend definiert, kann diese Variante mit einer Kombination aus "automatischem Dateidownload", "Active Scripting" und aktivierten "ActiveX Controls" realisiert werden. Daher empfiehlt es sich, die Sicherheitseinstellungen des Internet Explorers folgendermaßen zu verändern:

Unter dem Menüpunkt "Extras/Internetoptionen" den Kartenreiter "Sicherheit" und dort die "Internetzone" auswählen. Den dortigen Schieberegler auf "Hohe Sicherheit" einstellen.

Eine detaillierte Beschreibung, wie Sie die Einstellungen Ihres Browsers entsprechend anpassen, können Sie dem entsprechenden Kapitel auf unserer Homepage entnehmen ("So schließen Sie Browser-Lecks").

Andere Web-Browser wie Netscape, Opera oder Mozilla sind von diesem Problem so gut wie gar nicht betroffen, da sie von Hause aus ActiveX nicht unterstützen.

Ähnliche Risiken ergeben sich, wenn man als Mail-Client MS Outlook benutzt und eine Spam-Mail im HTML-Format öffnet. MS Outlook ist deshalb dahingehend zu konfigurieren, dass alle eingehenden Mails im "Nur Text-Format" angezeigt werden. Eine detailliertere Beschreibung zur Konfiguration des E-Mail-Clients finden Sie ebenfalls auf unserer Homepage ("Sicher mailen - So dichten Sie Ihre E-Mail-Software wirksam ab").

Woran erkennt man installierte Dialer auf dem Rechner?

Häufig ist es nicht ohne weiteres möglich, das Dialerprogramm zu erkennen. Der Name der Dialerdatei ist abhängig vom jeweiligen Typ entweder durch ein entsprechendes Symbol oder unter der eingetragenen Verbindung im DFÜ-Netzwerk ersichtlich. Anzeichen für installierte Dialer können beispielsweise sein:

  • Automatischer Verbindungsaufbau des Modems
  • Eine veränderte Browser-Startseite
  • Unbekannte Symbole auf dem Desktop oder in der Taskleiste

Die technische Funktionsweise der Dialer-Software ist meist recht simpel gestaltet. Ein kleines Programm, häufig in Form einer *.exe-Datei richtet dabei eine neue DFÜ-Verbindung auf Ihrem Rechner ein. Unter "Arbeitsplatz" - "DFÜ-Netzwerk" sind alle bereits eingerichteten DFÜ-Verbindungen sichtbar.

Im Gegensatz zu Ihrer vorhandenen DFÜ-Verbindung wird jedoch nicht die Anwahlnummer Ihres Providers, sondern eine beliebige Nummer eingetragen. Die DFÜ-Verbindung zu Ihrem Provider (z. B. T-Online) wird dann getrennt und beim nächsten Verbindungsaufbau wird die neu eingerichtete Nummer angewählt.

Nutzen Sie eine ISDN-Verbindung zur Kommunikation, ist es auch möglich, dass spezielle Dialer direkt auf die CAPI-Steuerung (Softwareschnittstelle) Ihrer ISDN-Karte zugreifen. Im Falle dieser sog. CAPI,- oder TAPI-Dialer, ist keine verdächtige zusätzliche DFÜ-Verbindung auf Ihrem Rechner eingeblendet. Während einer Internetsitzung besteht dann die Gefahr, dass der Dialer den B- Kanal Ihrer ISDN-Leitung nutzt, um parallel eine 0190/0900-Nummer anzuwählen.

Wer die DSL-Technik zum Surfen im Internet nutzt und kein zusätzliches Modem oder eine ISDN-Karte installiert hat, ist vor Dialern sicher. Dialer benötigen eine Wählverbindung und bisher ist kein Dialer aufgetaucht, der diese technische Hürde umgehen kann.

Tarife und Kosten

Eine ganze Reihe von Dienstleistungen werden inzwischen über das Internet abgewickelt. Zur Abrechnung der anfallenden Kosten wurde häufig die Bezahlung per Kreditkarte genutzt, was aber bei geringen Zahlungsbeträgen vergleichsweise hohe Gebühren verursachte. Aus diesem Grund wurden die Mehrwertdienstnummern eingeführt. Bei diesen Nummern wird neben der eigentlichen Verbindungsherstellung auch eine zusätzliche Dienstleistung abgerechnet. Diese Nummern, auch Service- oder Premium Rate Nummern genannt, werden in Deutschland von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) verwaltet. Das Inkasso beim Kunden übernimmt die Deutsche Telekom mit der normalen Telefonrechnung. Mahnungen müssen die einzelnen Netzbetreiber und Anbieter gegebenenfalls selbst schreiben.

0190-Nummern

Am weitesten verbreitet sind in Deutschland die 0190-Nummern. Die Regulierungsbehörde gibt diese Nummern an Netzbetreiber (Telekom, IN- telegence, Talkline usw.) weiter, die diese Nummern nun entweder selbst vermarkten oder weiter vermieten, sowohl an andere Nummernbetreiber als auch an spezielle Dienstleister (Dialerbetreiber). So entsteht eine Kette von Weiter- und Untervermietungen. Das Inkasso der Gebühren übernimmt in der Regel die Telekom. Doch für Dialer-Geschädigte war dies lange Zeit ein Problem – sie mussten nämlich feststellen, wen sie nun konkret belangen wollten. Mit dem Mehrwertdienste-Gesetz vom 15. August 2003 wurde die Situation für den Verbraucher verbessert.

Sie haben seitdem einen Auskunftsanspruch gegenüber der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Sie können dort den Diensteanbieter erfragen. Seit dem 14. Dezember 2003 dürfen 0190-Nummern nicht mehr für Dialereinwahlen verwendet werden. Für die Wählprogramme wurde die spezielle Rufnummerngasse 09009 geschaffen.

0900-Nummern

Seit dem 01. Januar 2003 gibt es diesen Nummernkreis. Für diese 0900-Nummern gibt es kein festes Tarifschema mehr. Die Kosten, die bei der Anwahl einer solchen Nummer entstehen, können vom Anbieter relativ frei festgelegt werden. Die Preisobergrenze liegt seit dem 15. August allerdings bei 2 Euro pro Minute oder bei Blocktarifen bei 30 Euro pro Einwahl.

Wer über eine 0900-Nummer einen Mehrwertdienst anbietet, muss sich einem festen Schema unterwerden:

  • - 0900-1 Informationsdienste
  • - 0900-3 Unterhaltungsdienste
  • - 0900-5 sonstige Dienste (Erotikangebote)
  • - 0900-9 Dialer-Einwahlen (seit 14.Dezember 2003)

Die Verantwortung für die Einhaltung des vorgegebenen Nummern-Schemas liegt beim jeweiligen Diensteanbieter. Bei Verstößen kann die Regulierungsbehörde aber eingreifen.

Wer sich eine 0900-Nummer zuteilen lässt, ist verpflichtet, bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post Namen und Anschrift zu hinterlegen. Die Weitervermietung der Nummer ist nicht erlaubt. Verbraucher, die Probleme mit einer 0900-Nummer haben, können bei der Regulierungsbehörde den Anbieter in Erfahrung bringen.

Bis zum Jahr 2005 werden sowohl die 0900-Nummern als auch die 0190-Nummern im Einsatz sein. Am 31.Dezember 2005 werden die 0190-Nummern dann endgültig abgeschaltet. Neue 0190-Nummer werden schon heute nicht mehr verteilt.

Woran erkennt man dubiose Dialer?

Nicht alle Dialer richten sich automatisch als Standardverbindung ein. Gefährlich wird es dann, wenn der Web-Dialer (auch mit entsprechenden Browser-Sicherheitseinstellungen) das Download-Fenster überspringt, Eingaben ignoriert und sich eigenständig einwählt. Dies passiert häufig mittels versteckt abgelegter Steuerprogramme (*.dll). Es ist große Vorsicht geboten:

Wer sich im Internet umsieht und versehentlich oder mit Absicht auf einschlägigen Erotik-, Spiele- oder Infoseiten landet, sollte gut aufpassen: Dabei kann einem schnell ein teurer Dialer untergeschoben werden. Jeder Mehrwertdiensteanbieter setzt zu diesem Zweck mehr oder weniger seriöse Mittel ein.

Erkennungsmerkmale für dubiose Dialer-Software:

  • Der Dateidownload wird bei Betreten der Website automatisch gestartet
  • Versand des Dialers mittels Spam-Mail
  • Der User wird nicht auf die Installation des Dialers und damit verbundene Kosten informiert
  • Auf der entsprechenden Webseite fehlt jeglicher Hinweis auf entstehenden Kosten.
  • Das Dialer-Fenster lässt sich nur mit "OK" oder "Verbinden" schließen
  • Die Einwahl lässt sich nur durch "drastische Maßnahmen" verhindern

In einem solchen Fall ist es tatsächlich die beste (und zum Teil auch einzige Lösung) entweder das Modem abzuschalten oder den Netzstecker zu ziehen!

Tricks der Mehrwert-Anbieter-Branche

Die Tricks von unseriösen Mehrwertdiensteanbieter sind vielfältig, kreativ und wechseln ständig. Dennoch ist ihnen allen gemeinsam, dass sie die Anwender über installierte Software, Einwahl und Kosten im Unklaren lässt.

Einige Tricks der Anbieter sind im folgenden aufgelistet (natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Mit einem neuen Trick schafft es ein Dialer, sich unbemerkt einzuwählen: Der Dialer trägt selbständig am vorgeschriebenen Zustimmungsfenster, mit Hilfe eines Programms, das Wort "OK" ein. Das heißt die Zustimmung zur teuren Einwahl, erfolgt nicht durch den Nutzer, sondern ferngesteuert.
  • Wie bereits erwähnt wird durch die Verwendung "Aktiver Inhalte" der Download eines Diales bereits beim Besuch einer Website aktiviert und läuft im Hintergrund ab.
  • Spam-Mails die beispielsweise durch Betreffzeilen wie "Beschwerde gegen Sie", "Anwalt" oder "Letzte Mahnung" Aufmerksamkeit erregen sollen und den Hinweis samt Link auf einen angeblich "gecrackten Dialer" enthalten. Es gibt allerdings keine gecrackten Dialer. Der entsprechende Link führt natürlich geradewegs zu einem Dialer.
  • Das Versenden von Grußkarten zu deren Ansicht ein LivePlugIn notwendig ist, das auf einer bestimmten Webseite heruntergeladen werden muss. Das PlugIn entpuppt sich als Dialer.
  • Downloadlinks von Dialern, die in Text- oder Graphiklinks versteckt werden. Klicken Sie einen solchen vermeintlich harmlosen Link an, wird der Dialer-Download aktiviert.
  • Dialer-Software, die sich als Update der Verbindungssoftware (z. B. t-online) oder Tool zum Download von Shareware tarnt.
  • Tarnung als benötigtes Browser PlugIn, ohne dass man beispielsweise nicht an einem Chat teilnehmen oder bestimmte Seiten nicht ansehen kann.
  • In Online-Chats die Aufforderung einen Link anzuklicken, um so ein Bild des Chat-Partners betrachten zu können.
  • Der Dialer wählt sich zur Umgehung von Schutzprogrammen oder Sperren über Nummern wie 0192, 0193, 0137, 01805, Auslands- oder Satelittennummern ein.
  • Per Java-Script wird bei Besuch von manchen Seiten (häufig Hacker-Sites) der Inhalt der eigenen Festplatte angezeigt. Ein entsprechendes Tool, das dort angeboten wird, um die Sicherheit des Anwenders zu erhöhen, enthält natürlich einen Dialer.

Präventive Schutzmaßnahmen

Grundsätzlich gibt es eine Reihe von verschiedenen Maßnahmen, um sich gegen Dialer Software zu wappnen. Diese werden hier kurz näher erläutert:

  • Nicht alles Herunterladen und Starten! Vorsicht ist angesagt.
  • Als Verbraucher steht ihnen der Sperrungsanspruch nach § 13 Abs. 2 TKV (Telekommunikations-Kundenschutzverordnung) zu. Danach können Sie die Anwahl einzelner Rufnummernbereiche z. B. (0)900 9 durch Ihre Telefongesellschaft sperren lassen. ISDN-Anlagen lassen das Sperren einzelner Rufnummern bzw. ganzer Rufnummernblöcke zu. Diese können kennwortgeschützt von Ihnen selbst programmiert werden. Lesen Sie dazu die Bedienungsanleitung Ihrer Telekommunikationsanlage oder ziehen Sie Ihren Fachhändler zu Rate.
  • Eine andere Möglichkeit ist das Installieren eines Dialer-Blocker. Das Gerät eines Elektronik-Anbieters ist gerade einmal so groß wie eine Zigarrenschachtel. Darin können maximal acht Rufnummern mit je 16 Stellen als erlaubte Zugangsnummern programmiert werden. Die Programmierung kann über das Telefon oder über den PC erfolgen. Manipulation von außen durch Dialer oder Hacker sind dabei ausgeschlossen. Der Blocker wird einfach zwischen Modem und Telefonanschluss geschaltet. Das Telefon wird dabei nicht überwacht. Es können weiter alle Nummern von Hand gewählt werden. Ein anderes Gerät ist der Call-Blocker. Das Gerät wird ebenfalls zwischen Modemstecker und Telefondose eingeschleift. Im Unterschied zum Dialer-Blocker besitzt der Call-Blocker zwei TAE-Buchsen. Zur Programmierung von Sperren benötigt der Benutzer ein tonwahlfähiges Telefon. Ein Schalter schützt das Gerät vor Angriffen zum Beispiel von Dialern und die Passworteingabe vor dem Missbrauch durch unbefugte Anwender. Die 0190- und 0900-Nummern sperrt die Box bereits ab Werk. Diese Sperre kann allerdings vom Benutzer aufgehoben werden. Insgesamt lassen sich bis zu 16 maximal vierstellige Vorwahlen, sowie bis zu zehn fünf- bis elfstellige Rufnummern sperren bzw. freischalten. Versucht der Benutzer eine gesperrte Nummer anzurufen, bricht das Gerät zuverlässig ab, bei Einwahlversuchen per Telefon hört der Anwender im Hörer einen Warnton.
  • Kinder und andere Personen, die Zugang zum eigenen PC haben, sollten Sie lieber im Auge behalten. Nutzen Ihre Kinder den Rechner zum Surfen im Internet, sollten Sie den Zugriff überwachen oder Ausflüge ins Internet lieber gemeinsam unternehmen.
  • Sinnvolle Wahl der Einstellungen und Konfiguration des eigenen Rechners, Web-Browsers und E-Mail Clients. Die besondere Gefahr, die von aktiven Inhalten ausgeht, wurde bereits angesprochen. Anwender, die den Internet Explorer nutzen, sollten ActiveX deaktivieren ("Extras - Internetoptionen - Sicherheit - Stufe anpassen"). Durch diese Maßnahme wird die automatische Installation von Dialern durch ActiveX-Controls verhindert. Weiterhin ist der automatische Download aus dem Internet zu deaktivieren ("Extras - Internetoptionen - Sicherheit - Stufe anpassen - Dateidownload"). Allgemein gilt für alle Browser, dass, wer sicher gehen will, auch JavaScript ausschalten sollte. JavaScript ermöglicht Pop-up-Windows, in denen häufig Dialer angeboten werden. Bei abgeschaltetem "Active Scripting" (Internet Explorer) werden jedoch manche Inhalte im Internet nicht mehr richtig dargestellt.
  • Sicherheitsupdates für den Internet Explorer einspielen. Immer wieder werden neue Sicherheitslücken im Internet Explorer bekannt. Unseriöse Webseitenbetreiber nutzen bekannte oder neue Sicherheitslücken zur unbemerkten Installation von Webdialern. Auch bei deaktiviertem ActiveX ist die Installation eines Dialers möglich. In der Regel reicht es schon aus, wenn der Anwender die von Haus aus mitgelieferte "Windows Update"-Funktion ab und zu ausführt. Dabei werden zwar nicht alle neuen Sicherheitsfunktionen aktuell installiert, aber die wesentlichen Patches (Erweiterungen) sind schon mit dabei. Diese Verfahrensweise ist auch für Computer-Laien einfach durchzuführen.
  • DFÜ-Verbindung entsprechend konfigurieren und bei Einsatz eines Modems die akustische Anwahl einstellen. Sollte das Zugangspasswort für die Einwahl per DFÜ-Verbindung abgespeichert sein, so sollten Sie dieses entfernen. Diese Maßnahme hat den Vorteil, dass ab und zu auf die Einwahlnummer geschaut wird. Man achtet mehr auf die Dinge, die da geschehen und bemerkt einen unerwünschten Einwahlversuch vermutlich schneller. Benutzer eines Modems sollten ihre Konfiguration so wählen, dass der Versuch einer Einwahl akustisch angezeigt wird. So fallen automatische Einwahlversuche schnell auf.
  • DSL nutzen. Die DSL-Technik ist von der Dialer-Problematik verschont geblieben.
  • Schutzsoftware gegen Dialer-Programme einsetzen. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Software zum Schutz vor unerwünschter Einwahl mittels eines 0190/0900-Dialers. Wir stellen im nächsten Kapitel zwei kostenfrei erhältliche Anti-Dialer-Programme vor.

Tools zur Dialer-Abwehr

Schutzsoftware zur Abwehr von 0190/0900-Dialern ist mittlerweile reichlich vorhanden. Diese Programme warnen den Anwender, wenn ein Dialer installiert oder eine 0190/0900-Nummer angewählt werden soll und brechen ggf. die Verbindung wieder ab. Dialer-Warner bieten allerdings keinen 100% zuverlässigen Schutz, da bereits Dialer aufgetaucht sind, die Dialer-Warner aushebeln können. Hier nun zwei Beispiele von kostenfreier Anti-Dialer-Software:

Dialer-Control (http://www.dialer-control.de/)

Dialer-Control erwies sich in entsprechenden Tests als sehr zuverlässig und unterbindet Verbindungsversuche per DFÜ,- CAPI,- oder TAPI-Verbindung vor der Einwahl. Anschließend hat der Benutzer die Möglichkeit Einwahlversuche der entsprechenden Anwendung in Zukunft immer zu verbieten, zu erlauben oder die Anwendung sofort zu beenden.

Anzumerken ist allerdings, dass das Programm Dialer Control vom Dialer-Hersteller "epos" entwickelt wurde. Darauf mache sich jeder seinen eigenen Reim!

0190-Warner (http://www.wt-rate.com/freeware1.htm)

Überwacht den Verbindungsaufbau über DFÜ-Netzwerk, CAPI 2.0 und TAPI-Verbindungen. Das kleine Programm arbeitet nach dem Prinzip einer Firewall. Es muss also jede neue Verbindung genehmigt werden, egal, ob es nun z.B. um eine 0190, 0900 oder eine andere Nummer handelt. Dabei protokolliert es jeden Verbindungsaufbau in einer Log-Datei. Gleichzeitig kann man vertrauenswürdige Nummern speichern. Anwählende Dialer können aus dem Speicher entfernt und dann von der Festplatte gelöscht, oder für spätere Beweiszwecke unter Quarantäne gestellt werden.

Wenn es trotz allem doch passiert ist

Das Gesetz gegen den Missbrauch von 0190er/0900er-Nummern ist am 15. August 2003 in Kraft getreten (BGBl. I 2003, S. 1590 f). Durch das Gesetz soll insbesondere vor Dialern geschützt werden, die in der Vergangenheit erheblichen Missbrauch erzeugt haben.

Dieses neue Gesetz sieht einen Höchstpreis von zwei Euro pro Minute vor, wobei die Abrechnung höchstens im 60-Sekunden-Takt erfolgen darf. Bei zeitunabhängig abgerechneten Dienstleistungen (Blocktarife) darf die gesamte Verbindung nicht mehr als 30 Euro kosten. Da es Dienstleistungen gibt, bei denen ein höherer Preis gerechtfertigt sein kann, sieht das Gesetz eine Möglichkeit zur Überschreitung der genannten Preisobergrenzen von zwei bzw. 30 Euro vor. Um sicherzustellen, dass Ihr Einverständnis hierzu vorliegt, müssen Sie ein besonderes Verfahren benutzen. Dieses Legitimationsverfahren sieht vor, dass Sie eine Persönliche Identifikationsnummer (PIN) eingeben müssen. Diese können Sie vorher schriftlich bei dem Diensteanbieter beantragen, dessen Dienst Sie in Anspruch nehmen wollen.

Bei zeitabhängig abgerechneten Mehrwertdiensten muss die Verbindung nach einer Stunde automatisch getrennt werden. Eine Ausnahme gilt auch hier, wenn Sie als Verbraucher mit der längeren Inanspruchnahme der Leistung, d. h. über eine Stunde hinaus, einverstanden sind und das oben beschriebene Legitimationsverfahren benutzen.

Außerdem dürfen Dialer nur eingesetzt werden, wenn diese vor Inbetriebnahme bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post registriert worden sind. Die Registrierung erfolgt, wenn das Anwählprogramm bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllt und der Registrierungsverpflichtete schriftlich versichert, dass eine rechtswidrige Nutzung ausgeschlossen ist. Kostenpflichtige Dialer dürfen ab dem 14. Dezember 2003 nur noch über die Rufnummerngasse (0)900 9 betrieben werden. Alle kostenpflichtigen Dialer, die nach dem 13. Dezember 2003 über andere Rufnummerngassen als (0)900 9 betrieben werden, sind nicht registrierfähig und somit illegal. Bei nicht registrierten Dialern besteht keine Zahlungspflicht.

Die Regulierungsbehörde hat eine Datenbank zu den registrierten Dialern ins Internet gestellt, um den Verbrauchern eine Prüfungsmöglichkeit zu geben, ob der Dialer auch tatsächlich registriert ist. http://www.regtp.de/mwdgesetz/start/fs_12.html

Wenn Sie vermuten, dass Sie von einem Missbrauchsfall betroffen sind, benötigen Sie und ggf. auch die Reg TP beweissichere Unterlagen, um gegen den eventuellen Missbrauch vorgehen zu können. Sie sollten beispielsweise die Web-Seite festhalten, über die der Dialer installiert wurde. Sichern Sie diese Erkenntnis möglichst mit einem sog. "Screenshot", einer Abbildung des Bildschirminhalts, einschließlich der dort aufgeführten Information über die anfallenden Gebühren. Informieren Sie Ihre Telefongesellschaft und fordern Sie, falls nicht im Vorfeld ein Einzelverbindungsnachweis beantragt wurde, eine nachträgliche Aufschlüsselung der Einzelverbindungen an. Denn Sie müssen nachweisen, dass der Dialer ohne Ihr Wissen und ohne Ihre Zustimmung seine Arbeit aufgenommen hat.

Beachten Sie aber, dass Sie für Schäden haften, die Dritte verursacht haben. Haben Ihre Kinder oder Bekannte durch Dialer-Download die Telefonrechnung in die Höhe getrieben, müssen Sie zahlen!

Es kann in diesem Fall sehr hilfreich sein, sich über frühere Urteile in diesem Zusammenhang, sowie über die rechtliche Beurteilung der Gesamtproblematik zu informieren. Entsprechende Informationen mit rechtlichen Grundlagen, Verhaltenshinweisen und einer Urteilsdatenbank finden Sie unter: http://www.dialerundrecht.de/

Dialer-Software manuell entfernen

Viele Dialer lassen sich unter "Systemsteuerung - Software" relativ einfach wieder deinstallieren. Ist diese Option nicht vorhanden, oder ist das Programm nach Deinstallation und Neustart nicht verschwunden, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als selber Hand anzulegen:

  • Beenden Sie zunächst den Webdialer (z. B. über den
  • Taskmanager oder mittels Rechtsklick auf das Programm-Icon auf dem Desktop).
  • Nutzen Sie die "Suchen-Funktion" im Startmenü um den
  • Speicherort sämtlicher Programmdateien ausfindig zu machen. Löschen Sie alle Einträge, Anwendungen, Dateien und Ordner.
  • Entfernen Sie unter "Systemsteuerung - DFÜ-Netzwerk"
  • die neu angelegte DFÜ-Verbindung des Dialers.
  • Löschen Sie alle Verknüpfungen auf dem Desktop und
  • im Autostart-Ordner.
  • Durchsuchen Sie die Windows Registry nach entsprechenden Schlagworten; z. B. dem Namen des Dialers. Dies führen Sie durch indem Sie unter "Startmenü - Ausführen" den Programmnamen "regedit" eingeben. Im Registrierungseditor geben Sie dann unter "Bearbeiten - Suchen" den entsprechenden Dialernamen ein und starten die Suche. Löschen Sie anschließend die gefundenen
  • Schlüssel bzw. Werte und klicken solange auf "Weitersuchen" bis nichts mehr gefunden wird.

Hilfreiche Links

Es gibt einige Webseiten, die sich speziell dem Thema 0190-Dialer widmen. Die folgenden Links liefern eine Vielzahl von Informationen rund um das Thema 0190-Dialer. Dort werden neben aktuellen Meldungen, Rechtshinweisen, und umfangreichen FAQ's, verschiedene Anti-Dialer Tools zum Download bereitgestellt.

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