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Aus dem Internet kommen Sie nie wieder raus

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Stand Dezember 2008
Seien Sie behutsam bei der Nutzung von Blogs, Wikis und Foren

Ein ganz wesentliches Merkmal des so genannten "Web 2.0" ist es, dass das Internet aufhört, die Einbahnstraße zu sein, die es lange Jahre gewesen ist: Hier der Inhaber einer Webseite, der diese voll schreibt mit allen Informationen, Kommentaren oder Angeboten, die er verbreitet wissen möchte - dort der Internetnutzer, der gezielt oder mittels Suchmaschine auf diese Webseite stößt und nachliest, was der Inhaber so alles mitgeteilt hat. Das ist Vergangenheit.

Ein ganz wesentliches Merkmal des so genannten "Web 2.0" ist es, dass das Internet aufhört, die Einbahnstraße zu sein, die es lange Jahre gewesen ist: Hier der Inhaber einer Webseite, der diese voll schreibt mit allen Informationen, Kommentaren oder Angeboten, die er verbreitet wissen möchte - dort der Internetnutzer, der gezielt oder mittels Suchmaschine auf diese Webseite stößt und nachliest, was der Inhaber so alles mitgeteilt hat. Das ist Vergangenheit.

In Foren oder Wikis können Sie in der Regel nur Beiträge schreiben, wenn Sie sich einer Registrierung unterziehen. Sie müssen sich anmelden, müssen Namen und E-Mail-Adresse angeben, erhalten meist einen Bestätigungs-Link in Ihr Postfach, den Sie dann mit einem Klick aktivieren müssen. Diese Prozedur dient dem Betreiber der jeweiligen Webseite dazu, einigermaßen die Kontrolle zu behalten und nicht gnadenlos einer Spam-Flut ausgeliefert zu sein; das klappt zwar nicht vollständig, schränkt solchen Missbrauch aber zumindest ein.

Aber glauben Sie ja nicht, Sie hätten mit dieser Registrierung nun irgendeine Garantie, dass die von Ihnen eingegebenen Informationen und Daten noch unter Ihrer persönlichen Kontrolle wären. Alles, was Sie eintippen, wird im ewigen Gedächtnis des riesigen Internet gespeichert. Die Foren- und Listenbetreiber mögen seriöse und sorgfältig arbeitende Menschen sein, die Ihnen versprechen, auf Ihre Daten aufzupassen - letztlich haben sie keine Chance, Ihnen das auch wirksam zu garantieren (und tun es folglich auch nicht).

Selbst wenn Sie ein so genanntes nicht-öffentliches Forum wählen, in dem sogar die Lesefunktion nur angemeldeten Teilnehmern zur Verfügung steht, oder wenn Sie sich einer Mailingliste anschließen, deren Administrator die Archivfunktion für alle durchlaufenden Mails aktiviert hat: Die Speicherung aller eingegebenen Daten erfolgt über das Internet und dort bleiben sie - etwa durch Verlinkung mit oder Weiterleitung zu anderen Webseiten - auf unterschiedlichsten Servern, und zwar selbst dann, wenn Sie sich längst von diesem Forum oder jener Mailingliste abgemeldet haben. Wenn Sie glauben, sich an Foren oder Listen beteiligen zu müssen, sollten Sie das immer nur unter Pseudonymen tun und am besten auch Mailadressen benutzen, die Sie extra für diese Zwecke angelegt haben und die Sie, bei Bedarf, wenn Sie etwa nicht mehr teilnehmen möchten oder zugespammt werden, ohne ernsthaften Schaden einfach löschen oder sperren können.

Selbstverständlich müssen Sie auch bei Foren und Listen insofern auf die Betreiber und deren Teilnahmebedingungen achten, als Sie auch auf diesem Gebiet etliche Anbieter finden, die ihre Internetaktivität entweder selbst durch Werbung finanzieren oder durch Verkauf beziehungsweise Vermietung von Datensätzen an die Werbebranche. Da nützen Ihnen dann auch Pseudonyme nur solange, wie Sie die möglicherweise automatisch protokollierten Verbindungsdaten einschließlich IP-Adresse, Termin und Dauer sowie gewählte Links oder Informationen über Hard- und Software nicht freiwillig-unvorsichtig anreichern durch Orts-, Berufs- oder Familienstandsangaben, Kontodaten oder ähnlich sensible Informationen: Rechnen Sie lieber einmal zuviel als zuwenig damit, dass alles an Daten aufgesaugt wird, was Sie liefern, und im Profil-Rechner landet. Das gilt um so mehr, als die meisten Foren oder Listen so angelegt sind, dass sie nur funktionieren, wenn Sie die schon wiederholt erwähnten "Cookies" zulassen.

Noch riskanter für Ihre Privatsphäre ist es allerdings, falls Sie zur wachsenden Familie der "Blogger" gehören sollten. Falls Sie es nicht kennen: Das Kunstwort "Blog" wurde gebildet aus den Begriffen "Web" (für "worldwide web" = Internet) und "Log" für Logbuch. Ein Blog ist also ein im Internet erstelltes und somit öffentliches Tagebuch. Der "Blogger" oder die "Bloggerin" gestaltet sein Tagebuch häufig selbst und schreibt je nach Lust und Laune über Alltagseindrücke oder spezielle Themen, liefert Gedanken oder Meinungen, manchmal auch bruchstückhaft, textet lyrisch oder polemisch - oder alles durcheinander. Es gibt für Blogs, die oft auf eigenen Webdomains der Blogger stehen, so gut wie keine Regeln. Das macht sie für manche Internetnutzer spannend und interessant zu lesen, während andere die häufig stark von Selbstdarstellung geprägten Beiträge als ätzend langweilig und überflüssig erachten. Allerdings dürfte diese Haltung die Blogger-Gemeinde wenig beeindrucken und schon gar nicht zum Aufgeben veranlassen.

Das Problem beim Bloggen ist nur, dass Sie sich weltweit lesbar entblößen - und je intensiver und unvorsichtiger Sie das tun, desto eher sind Ihre Blogs eine Fundgrube für Datenjäger. Die Beiträge in Ihrem Blog mögen Interessenten finden, die sie kopieren oder weiterverbreiten; die Beiträge mögen Auskunft geben über Freunde und Kontakte, über Ansichten und Erlebnisse. Nichts von dem ist für Datensammler uninteressant, jeder kleine Informations-Baustein trägt dazu bei, ein über Sie angelegtes Profil wachsen zu lassen und zu vervollkommnen. Je persönlicher Sie Ihren Blog gestalten, desto gläserner werden Sie - für alle. Und selbstverständlich gilt auch für Blogs die gnadenlose Regel: Das Internet vergisst nie.

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