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Pfeifen Sie auch schon auf Ihre Privatsphäre?

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Stand Dezember 2008
Wer sich freiwillig auszieht, darf nicht jammern, wenn er dann friert

Sie legen Wert darauf, dass nicht alle überall alles über Sie erfahren? Dann sind Sie hier bei uns schon mal richtig, wir helfen Ihnen gerne. Aber wenn Sie wirklich Ihr Grundrecht, selbst über Ihre Daten und deren Verbleib oder Verwertung bestimmen zu dürfen, verteidigen wollen, dann sollten Sie unbedingt eines tun: Hüten Sie sich bei Ausflügen ins "Web 2.0"!

Ach, so, dieser Begriff sagt Ihnen nichts? Kennen Sie denn Ausdrücke wie "Blogs", "RSS", "StudiVZ" oder "Xing"? Sehen Sie - das alles und noch viel mehr ist Web 2.0! Es geht weder um eine neue Technik noch um eine spezielle Software, Sie benötigen auch keine außergewöhnlichen Geräte. Web 2.0 ist einfach ein Schlagwort, das ein seit knapp fünf Jahren sich veränderndes Verhalten der Menschen im Umgang mit dem Internet kennzeichnet.

Im Kern geht es auch bei Web 2.0 wieder um Vernetzung, um Daten und Profile sowie um deren Verwertung. Das klingt einfach - ist es aber nur dann, wenn Sie nicht achtgeben. Denn bei den Daten, die da vernetzt und verwertet werden, handelt es sich meist um Ihre persönlichen Daten: Nicht solche, die trickreiche Programmierer protokolliert, die Händler Ihnen abverlangt oder die dunkle Gestalten vielleicht von Händlern oder Datenservern geklaut haben. Nein, wir reden hier von jenen Daten, die Sie freiwillig und sich selbst entblößend einer unbestimmten und für Sie unkontrollierbaren Allgemeinheit zur beinahe grenzenlosen Verfügung gestellt haben.

Sie bestreiten, jemals so leichtsinnig gewesen zu sein? Vorsicht: Wir nehmen Sie beim Wort!

Sie haben hier bereits viel gelesen über Vernetzung mit verschiedenen Diensten, die Ihre Daten zu mehr oder weniger nützlichen Funktionen verarbeiten. Das ist, ob Ihnen das gefällt oder nicht, schon mal eine Grundvoraussetzung für Web 2.0: Ihre Nachrichten, Ihre Musik, Ihre Reiseinformationen, Ihre E-Mails und was auch immer befinden sich nicht mehr ausschließlich auf Ihrem heimischen Computer. Nein, sie stehen Ihnen über verschiedene Verbindungswege - per Notebook, Handy oder Internetcafé, per Kabel oder Funk - jederzeit und von überall im Netz zur Verfügung; aber leider nicht nur Ihnen allein.

Ob Sie als informationshungriger Mensch so genannte RSS-Feeds abonnieren, also sich regelmäßig und automatisch die aktuellen Nachrichten zu einem bestimmten Thema oder eines bestimmtes Anbieters senden lassen; ob Sie statt der textbasierten RSS-Formate lieber Audio- oder Videodateien als so genannte Podcasts beziehen; ob Sie empfangene Nachrichten oder selbst geschriebene Meinungsbeiträge mit Hilfe von "Blogs", "Wiki"-Projekten oder in Foren weiter verbreiten oder kommentieren; ob Sie in sozialen Netzwerken wie beispielsweise den bereits erwähnten StudiVZ oder Xing aktiv Kontakte suchen und knüpfen: Mit jedem solcher Schritte und vielen ähnlichen, die das schillernde Web-2.0-Universum für Sie bereit hält, geben Sie Daten über sich preis. Im harmlosesten Fall sind es nur Ihre Verbindungsdaten, die der jeweilige Betreiber oder Anbieter speichert, in anderen Fällen bedarf es Ihrer personifizierten Anmeldung. Und als Krönung des Datenhungers gelten dann die Netzwerke, die ohne eine freiwillige Preisgabe Ihrer teilweise sehr privaten Daten gar nicht existieren könnten.

Alle diese Anwendungen weisen drei Ihnen bereits bekannte Gemeinsamkeiten auf: Erstens stellen die Anbieter und Betreiber von RSS, Blogs oder Netzwerken Ihnen solche Plattformen kostenlos zur Verfügung und finanzieren dies durch Werbung. Um das aber effektiv und gewinnbringend tun zu können, müssen sie bemüht sein, Ihnen Ihre Daten so vertrauensselig abzuluchsen, dass Sie auf die teilweise blumigen Datenschutzversprechen hereinfallen und die Hintertürchen übersehen. Nur dann können Ihre Daten dazu beitragen, die Profil-Datenbanken zu füllen, die dann die Werbeverträge lukrativ machen. Zweitens bietet Web 2.0 auch eine Vielzahl möglicher Plattformen für vernetzt arbeitende Betriebe und Dienstleister zur Steigerung ihrer Produktivität, was den Berg der "im Netz" gesammelten und verfügbaren Daten, darunter auch Ihre, weiter anschwellen lässt. Und drittens bieten Ihnen diese Dienste und Anwendungen Funktionen - Information, Unterhaltung, Kontakte etc. -, die Sie jahrelang über andere Wege zu erlangen wussten; nun aber gewöhnen Sie sich an diesen scheinbar bequemen Weg und wollen ihn bald nicht mehr missen.

Es mache wie eine Droge süchtig, beschrieb vor einigen Jahren ein kalifornischer Autor in einem dortigen Musik- und Medienmagazin die Wirkung von Web 2.0: Wenn Sie sich mit Ihren Daten in Blogs, Foren, Wikis oder Netzwerken tummeln, können Sie leicht das Gefühl bekommen, in einer Gemeinschaft eine gewisse Geborgenheit zu erfahren - Sie werden mehr oder weniger abhängig von dieser "community", vom Web 2.0!

Aber über Ihre dort entblößten Daten haben Sie nur sehr begrenzt Kontrolle - und das sollten Sie nicht riskieren beziehungsweise umgehend ändern. Genau dabei wollen wir Ihnen helfen.

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