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Funkwellen sind allgegenwärtig und längst nicht mehr auf Radio und Fernsehen sowie spezielle Anwendungen wie Seefunk beschränkt. Zwar haben Sie immer noch die Möglichkeit, Ihren TV-Empfang, die drahtlose Internetverbindung, Ihren Handyverkehr oder das Navigationssystem Ihres Autos zu steuern. Trotzdem gibt es darüber hinaus in Ihrem Alltag zunehmend Funksender, die Sie nicht beeinflussen können, von denen Sie oft nicht einmal wissen und die dennoch Daten über Sie übermitteln – mehr, als Ihnen lieb sein kann.
Die Rede ist von so genannten RFID-Chips: Die Abkürzung steht für den englischen Begriff "Radio Frequency Identification", zu deutsch also Identifikation mittels Radiowellen. RFID-Chips sind klein und daher oftmals für Sie nicht oder nur schwer zu erkennen. Es handelt sich um winzige Computerchips, die mit Miniantennen ausgestattet und in der Regel an Gegenständen verschiedener Art angebracht sind. Auf diesen Chips sind Daten gespeichert, die den jeweiligen Gegenstand in irgendeiner Weise kennzeichnen.
Zur RFID-Technik gehören geeignete Lesegeräte. Gibt ein solcher Leser ein Funksignal ab, so "antworten" ihm alle in der Nähe befindlichen Chips, die entsprechend programmiert sind, und übermitteln ihm ihre Daten. Mit Hilfe so genannter "Middleware" – Software, die die Lesegeräte mit bestehenden IT-Systemen verbindet – werden die Daten zur Auswertung übertragen. Es gibt passive RFID-Chips, die batterielos arbeiten und deren Daten aus Entfernungen bis zu wenigen Metern abgerufen werden können. So genannte aktive RFID-Chips hingegen verfügen über eigene Energiequellen und können je nach Qualität bis zu mehreren hundert Metern weit funken.
Grundsätzlich kann die RFID-Technik als nützlich und sinnvoll in vielen Bereichen bezeichnet werden. Handelsartikel oder Lagerwaren, die beispielsweise gestern noch einen so genannten Barcode trugen, der einzeln von Hand abgescannt werden musste, tragen heute zunehmend RFID-Chips und können so quasi im Vorbeigehen erfasst oder katalogisiert werden. Auch geeignete Sicherheitsanwendungen sind denkbar und immer häufiger üblich, beispielsweise im Gesundheitswesen. Als problematisch ist RFID indes überall dort einzustufen, wo einzelne Menschen betroffen sind: Bereits heute gibt es RFID-Chips in Waren, Fahrkarten und Tickets, in Ausweisen oder Büchern – und es sind noch sehr viel mehr Anwendungen denkbar, teilweise sogar schon in Vorbereitung. Bürgerrechtler und Datenschützer bescheinigen daher dieser Technologie, sie berge ein erhebliches Potenzial zur Gefährdung der Privatsphäre von Konsumenten, bis hin zum Verlust der Käuferanonymität und zur Bedrohung bürgerlicher Freiheiten.
Sie als Individuum sind gefährdet, wenn eine ursprünglich nützliche Technologie missbraucht wird: Das kann geschehen, weil Anwender Grundprinzipien des Datenschutzes leichtfertig missachten – oder vorsätzlich ignorieren, um Vorteil für sich daraus zu ziehen. Sie sollten sich über RFID in verschiedenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen informieren. Sie sollten lernen, zwischen nützlichen und riskanten RFID-Anwendungen zu unterscheiden. Nur so können Sie angemessen reagieren, wenn Ihnen ein RFID-Chip begegnet – und nur so erfahren Sie, wo Sie heute und künftig überall mit RFID-Chips rechnen (oder nach ihnen suchen) müssen. Genau dabei wollen wir Ihnen helfen.