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Ihr Komfort kann Sie teuer zu stehen kommen

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Stand Dezember 2008
"homezone" und "triple play" - Sie werden geködert

Ein weit verbreitetes Beispiel für die im vorigen Beitrag vorgestellte "Konvergenz" unterschiedlicher Techniken kennen Sie sicher - sei es aus eigener Erfahrung oder weil Freunde, Nachbarn, Kollegen Ihnen davon erzählt haben. In Kürze wird der Dienst, von dem wir hier reden, nämlich bereits zehn Jahre alt: Der erste Anbieter nannte ihn 1999 "homezone", bei anderen firmiert er heute unter anderem als "@home" oder schlicht "zuhause".

Der Besitzer eines Mobiltelefons erhält dabei sowohl eine Festnetz- als auch eine Mobilfunknummer. Nun kann er eine beliebige Nahzone wählen - seine Wohnung, seinen Arbeitsplatz oder was auch immer. Solange er sich im Umfeld dieses gewählten Orts aufhält, kann er selbst zu Festnetztarifen telefonieren und ist zugleich - günstig für Anrufer - unter der Festnetznummer erreichbar. Das Umfeld kann wenige hundert Meter, oft aber auch mehrere Kilometer umfassen. Sobald der Nutzer die Grenzen dieses Areals überschreitet, ist er "nur" noch via Mobilfunk erreichbar.

Klar, dass Ihnen von Ihrem Telefonanbieter solch eine Nahzone angeboten wird: Schließlich meint die Firma es ja gut mit Ihnen und möchte Ihnen zu möglichst günstigen Tarifen verhelfen. Glauben Sie das wirklich? - Die Wahrheit ist eine andere: Zum einen geht es darum, Sie stärker an Ihr Handy zu binden und Sie so der direkten Festnetznutzung zu entfremden. Ihr Mobilfunk-Anbieter profitiert davon, weil Sie ihm trotz Tarifrabatts zu höheren Umsätzen in seinem Geschäftsfeld verhelfen. Zum anderen aber geht es wieder einmal um Ihre Profildaten:

Selbstverständlich müssen die Anbieter sowohl zwecks Abrechnung als auch durch gesetzliche Vorschriften einen erklecklichen Teil Ihrer Verbindungsdaten - wann haben Sie wie lange mit welcher Nummer telefoniert? - für begrenzte Zeit speichern. Um aber Ihren Tarif Ihrem jeweiligen Aufenthaltsort anpassen zu können, muss zwangsläufig Ihr Mobilitätsverhalten genauestens erfasst und verarbeitet werden. Und nun stellen Sie sich einmal vor, wie wertvoll es für eine werbliche Auswertung Ihrer Verbindungsdaten sein kann, wenn Ihr Profil auch aussagt, wie oft und wie lange Sie sich jeweils an Ihrem gewählten Lieblingsort aufgehalten haben! Klar, auch wir gehen davon aus, dass Ihnen Ihr Anbieter in seinen Datenschutzbestimmungen zusichert, mit Ihren Daten sorgfältig umzugehen. Aber die Datenschutzskandale der Vergangenheit haben gezeigt, dass vorhandene Daten immer der Gefahr eines Missbrauchs ausgesetzt sind.

Ein anderes, sehr viel umfassenderes Beispiel für Konvergenz verschiedener Techniken kommt derzeit für Sie nur in Frage, wenn Ihr Telefon- oder Kabelanschuß über eine Hochgeschwindigkeitsleitung verfügt. "Triple play" heißt allgemeingültig das englischsprachige Zauberwort, mit dem der Anschluss zum Multitalent wird: Sie können über eine einzige Dose (allerdings mit einer speziellen Geräteausstattung und Verkabelung "dahinter") nicht nur telefonieren und im Internet surfen, sondern können auch alle freien Fernsehprogramme, auf Wunsch sogar Bezahlfernsehen, ferner Angebote aus einem TV-Archiv sowie Videofilme auf Wunsch empfangen und anschauen. Diese Zusammenstellung von Diensten wird von verschiedensten Anbietern in unterschiedlichen Formen angeboten.

Vermutlich kennen Sie aus dem Fernsehen bereits die einschlägige Werbung, die Ihnen vorschwärmt, Ihr Zuhause werde ganz nach Wunsch zu Ihrer privaten Videothek oder dem Logenplatz Ihres Lieblingsstadions, Ihres bevorzugten Konzertsaals. Der gemeinsame Transport von Daten, Sprache und bewegtem Bild über einen einzigen Draht in Ihr Zuhause - "triple" heißt dreifach - ermöglicht natürlich dort auch eine Vernetzung sowohl der Informationen als auch der Geräte untereinander. Je nach deren technischer Ausstattung können Sie also einfach und sicher von allen Endgeräten auf alle übermittelten Informationen zugreifen. Sie finden das attraktiv? Kein Wunder. Aber auch hier steckt der Teufel namens "Profildatenjäger" im Detail:

Wenn Sie "triple play" nutzen, kann Ihr Telefon-Anbieter nicht nur die Verbindungsdaten Ihrer Anrufe, sondern auch Ihr Surf-, Mail-, Fernseh- und Video-Verhalten protokollieren, wenn er diese Daten für Abrechnungszwecke benötigt. Aber was können Fachleute aus diesen Daten nicht alles herauslesen? Aus Ihrer Anmeldung sind ja schon mal etliche Personendaten bekannt, aus Ihrem Wohnort sowie aus der Bonitätsprüfung für Ihre Zahlweise vielleicht auch Ihre Vermögensverhältnisse. Und das wird nun Tag für Tag ergänzt durch wertvolle Informationen, welche TV-Sender und -Sendungen Sie morgens, nachmittags, abends oder nachts bevorzugen: Ohne große Schwierigkeiten lassen sich aus solchen Daten die Gewohnheiten Ihres Haushalts, wahrscheinlich sogar deren Aufschlüsselung auf einzelne Familienmitglieder herausfiltern. Eine wahre Schatztruhe für Datenjäger - und das umso mehr, als Sie angesichts der attraktiven Möglichkeiten, die Ihnen diese Technik bietet, natürlich auch leicht in Versuchung kommen, geschickt platzierte Angebote in Anspruch zu nehmen.

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