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Erinnern Sie sich an den zotteligen Fernsehstar "Alf" und seine hypnotisierenden Dialoge mit der Hauskatze? - "Du wirst ganz müde, deine Pfoten schlafen ein, du bist jetzt keine Katze mehr, du bist ein Krapfen." - Stellen Sie sich vor, Sie seien so eine Art Hauskatze und ständig würde auf Sie eingeredet: "Deine Privatsphäre ist nicht mehr zeitgemäß, Deine persönliche Vielfalt gehört abgeschafft, Du bist künftig nur noch eine Nummer." - Finden Sie das attraktiv?
Heute ist es - noch - so: Mal geben Sie sich mit Name und Adresse zu erkennen, mal ergänzend mit Steuer- oder Versicherungsnummer, woanders mit Ausweis-, Kunden- oder Kontodaten. Hier sind Sie Arbeitnehmer, dort Vereinsmitglied, Führerscheininhaber, Reisepassbesitzer, Ebay- oder Amazon- Kunde, Sie kaufen ein bei real, Spar oder Edeka, Sie shoppen online bei Rossmann oder Tchibo, Sie surfen im Internet oder kommunizieren per E-Mail. Fachleute beschreiben diese Art Ihres Alltags mit den Worten: Sie haben mehrere, vielleicht sogar viele so genannte Identitäten.
Jede einzelne Identität ist nichts weiter als eine bestimmte Anzahl von Merkmalen, mit denen Sie in wechselnden Zusammenhängen identifizierbar sind. Neben Ihrer Identität als natürlicher Person haben Sie andere, "technische" Identitäten im wirtschaftlichen oder staatlichen Zusammenhang: Passwörter, Kundennummern, Steuernummer, Versicherungsausweis und anderes mehr. Das so genannte Identitäts-Management ist an sich nichts Schlechtes, im Gegenteil: Ob Staat, Versicherung, Verein oder Handel - überall ist es notwendig, die jeweils beteiligten Individuen einerseits ganz oder gruppenweise zusammenzufassen, andererseits aber auch deutlich zu unterscheiden. Dazu dienen Ausweise oder Mitgliedsnummern, die mit bestimmten Ihrer Daten hinterlegt sind. Sie sind Bürgerin oder Bürger, Kundin oder Kunde, Sie sind Vielfalt.
Einst hatten Sie das (fast) alleinige Recht zu entscheiden, wann Sie wem welche Daten über sich preisgeben. Dieses Recht - man nennt es auch das "Recht auf informationelle Selbstbestimmung", es wurde 1983 vom Bundesverfassungsgericht formuliert - ist in den vergangenen Jahren stückweise abgebaut und eingeschränkt worden, teils aus mehr oder weniger nachvollziehbaren Sicherheits- Erwägungen, teils aus wirtschaftlichen Erwägungen. Vielfach wird Ihnen dieses Recht aber auch genommen, indem Ihnen unnötigerweise Daten abverlangt werden unter Umständen, die Sie nicht ohne Weiteres durchschauen: Ihre persönlichen Daten schwirren heute in sehr vielen und sehr unterschiedlichen Rechnersystemen herum - und Sie haben kaum eine Ahnung und schon gar keine Kontrolle darüber, wer wie viel über Sie weiß oder in Erfahrung bringen kann, legal oder auch illegal. Wenn die Entwicklung der vergangenen Jahre ungebremst weitergeht und Sie darüber hinaus nicht auf sich und Ihre Daten besser aufpassen, werden Sie das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bald nicht mehr brauchen, weil es viel zu sehr durchlöchert ist.
Es gibt Politiker, Planer, Versicherer, Händler oder Wissenschaftler, die stören sich an Ihrer Vielfalt, die würden Ihnen gerne nur noch eine einzige Identität zuweisen, mit der Sie sich gegenüber Behörden, Händlern, Banken, Vereinen oder wo auch immer gleichermaßen identifizieren. Denn das würde Staat wie Wirtschaft es erheblich erleichtern, Ihre Daten hier und da eineindeutig zu verknüpfen.
Sie wären nur noch eine Nummer. Eine.
Eine solche Vereinheitlichung Ihrer vielen Identitäten liegt nicht in Ihrem persönlichen Interesse, ja, sie ist mit erheblichen Risiken für Sie behaftet. Es ist also höchste Zeit, dass Sie sich Gedanken machen, wie Sie Ihre Identitäten wieder unter Ihre Kontrolle bekommen und wie Sie sich Ihre persönliche Vielfalt bewahren, auch und gerade in der digitalen Welt. Genau dabei wollen wir Ihnen helfen.