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Cookies sind kleine gespeicherte Dateien auf dem PC. Websites können Sie dadurch bei einem neuen Besuch wiedererkennen. Damit ist eigentlich schon alles gesagt - zumindest für diejenigen, die sich auskennen.
Das Verfahren ist denkbar einfach: Wenn Sie via Internet eine Verbindung zwischen Ihrem PC und einer x-beliebigen Webseite herstellen, indem Sie deren (meist mit "http://www." beginnende) Adresse in das entsprechende Feld Ihres Browsers eingeben, dann ist dies vom Grundsatz her eine zweigleisige Verbindung. Das heißt, der Rechner des Webseiten-Betreibers sendet Ihnen zum einen die Daten, die sie abfordern - er hat aber zum anderen parallel auch die Möglichkeit, Daten von Ihrem Rechner zu holen; und er kann Ihnen sogar Daten senden, ohne dass Sie es bemerken.
Auf diese Weise schickt Ihnen nun irgendjemand eine dieser kleinen Dateien, die harmlos verniedlichend "Cookie" genannt werden, und hinterlegt sie auf Ihrem PC. Wenn Sie nicht gesondert darauf aufpassen, merken Sie davon nichts. Bei der nächsten Verbindung mit derselben Webseite kann dieser Betreiber nun nachschauen, ob sein Cookie bei Ihnen schon - oder noch - vorhanden ist und Sie so identifizieren: Er sagt aber nicht "Hallo, das sind ja Sie!", denn schließlich sollen gerade Sie nichts davon merken. Er speichert nur bei sich die Information, dass Sie ihn innerhalb von X Tagen oder Wochen nun schon zum soundsovielten Male besucht haben.
Selbstverständlich können Sie Ihren PC über meist ziemlich einfache Einstellungen Ihres Browsers vor "Cookies" schützen. Alle üblichen Browser sind herstellerseitig so eingestellt, dass sie mindestens bestimmte, wenn nicht gar alle Cookies akzeptieren; alle Browser lassen es aber zu, dass Sie dies mit ein paar wenigen Klicks unterbinden. Sie können generell verhindern, dass Ihnen die kleinen "Kekse" Ihr Computersystem vollkrümeln; Sie können auch Einstellungen vornehmen, die sich nach jeder Verbindung mit dem Internet oder bei jedem Neustart Ihres Computers als "Krümelbürste" betätigen und alle Cookies wegfegen. Wir erklären Ihnen in unserer "Ersten Hilfe", wie das funktioniert.
Aber zunächst wollen wir Ihnen erläutern, warum Sie das tun sollten. Vielleicht haben Sie ja auch schon Bekannte oder Freunde getroffen, die Ihnen gesagt haben, dass es "gute" und "böse" Cookies gibt: Die einen seien harmlos, weil sie keine eigenen Aktivitäten von Ihrem PC aus entfalten könnten. Zu den anderen, den "bösen", gehörten beispielsweise kleine Dateien, die - einmal auf Ihrem PC gespeichert - ihrem Absender direkt Informationen über Ihren Computer oder über Ihr Tipp- und Klick-Verhalten übermitteln können; solche Daten könnten dann Grundlage sein für die Programmierung von Schädlingen wie "Viren" und "Trojanern".
Folglich wird oft dazu geraten, Cookies dann zu akzeptieren, wenn sie vom Anbieter der angewählten Webseite selbst stammen - und nur solche abzulehnen, die von so genannten Drittanbietern gesendet werden. Vielfach lassen sich heute auch Webseiten selbst seriöser Anbieter gar nicht mehr aufrufen, wenn Sie nicht mindestens seine eigenen Cookies zulassen. Die üblichen Browser erlauben in den entsprechenden Einstellungen diese Unterscheidung.
Wir halten das für falsch und raten Ihnen, sich darauf so selten wie nur möglich einzulassen. Auch wenn Sie es unbequem finden: Überlegen Sie genau, ob Sie dem Cookie-Verlangen eines Anbieters nachgeben - oder auf den Besuch seiner Webseite lieber verzichten. Denn auch die angeblich harmlosen Cookies erlauben dem Absender Ihre Wiedererkennung! Häufig gibt es Web-Anbieter, die Ihnen einreden wollen, dass Cookies helfen, Sie als Kunden besser zu betreuen. Wer so redet, versucht entweder, Sie an der Nase herumzuführen, oder er hat einfach seine technischen Hausaufgaben nicht gemacht. Denn es gibt längst Programmierungen, die Service im Web auch ohne Cookie ermöglichen.
Zurück zum Beispiel Google. Bei jedem Kontakt mit dem System Google wird Ihnen (wenn Sie nichts dagegen tun) ein Cookie eingepflanzt oder aktualisiert, das vermutlich weit mehr leistet als bloße Wiedererkennung: Google verknüpft nämlich "Ihren" Cookie mit einer für Sie eindeutigen und viele Jahre lang gültigen Identifikationsnummer. Und die ist von elementarer Bedeutung für die bereits beschriebene Verknüpfung der von Ihnen erzeugten Daten zu einem Profil: Jede Einwahl von Ihnen wird mit Uhrzeit, Dauer und IP-Adresse (das ist, grob gesagt, Ihr "Rechner-Kennzeichen"), mit eingegebenen Suchbegriffen, gewählten Funktionen oder angefragten Hilfestellungen von Google protokolliert und gespeichert. Mit Hilfe der ID-Nummer kann nun daraus ein Ihnen zuzuordnendes Profil aufgebaut, vervollständigt oder aktualisiert werden, ohne dass Sie es merken - und jedes zusätzliche Detail erhöht seinen Marktwert gegenüber Werbekunden.
Neulich haben Sie die Suchmaschine nach Hundefutter befragt; mehrfach schon ertüftelten Sie per Google Maps Wege von Ihrem Wohnort in einer mittelständischen Vorortsiedlung zu entfernteren Zielen; heute haben Sie bei Google News neueste Nachrichten über Rentenpolitik studiert; Sie haben kürzlich nach Gebrauchtwagenpreisen für einen sechs Jahre alten VW Golf geforscht, sich vor wenigen Wochen aber auch über Preise für Babyreisebetten informiert. Dies alles und mehr haben Sie ohne Arg und Misstrauen getan - und dennoch haben Sie Profildaten geliefert, wie man sie sich reichhaltiger nicht vorstellen kann.
Denn Google weiß nun - beziehungsweise kann errechnen oder abschätzen -, wie alt Sie ungefähr sind und dass Sie vermutlich schon Enkel haben, ferner, dass Sie mit ziemlicher Sicherheit einen Hund und einen VW Golf Ihr eigen nennen. Na, ja, und Ihren Wohnort kennt Google auch bereits, was zudem Rückschlüsse auf Ihre Vermögensverhältnisse erlaubt. Mit jeder weiteren Google-Funktion, die Sie gelegentlich oder regelmäßig benutzen, helfen Sie Google, Ihr Profil zu verfeinern.
Googeln Sie ruhig weiter. Sie haben nichts zu verlieren außer Ihrer Privatsphäre.
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